Ein Teil unserer Gewürze
die heilende Wirkung haben

Anis
Anis

Der Echte Anis (Pimpinella anisum) ist eine althergebrachte Heilpflanze, die schleimlösende Eigenschaften hat und daher ein bekanntes Hustenmittel ist. Anis beruhigt aber auch den Magen, lindert Verspannungen im Darm und löst Blähungen.

Und so hat auch das Anis im Curry eine krampflösende, blähungstreibende und antibakterielle Wirkung, was die damit gewürzten Mahlzeiten verträglicher macht.

Kardamom
Kardamom

Der Schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ist ein naher Verwandter des Ingwers. Seine ätherischen Öle werden traditionell in der chinesischen Medizin verwendet, um Leberbeschwerden, Magenschmerzen, Verstopfung, Durchfall und andere Verdauungsbeschwerden zu behandeln. Ausserdem hat der Kardamom eine entkrampfende Wirkung auf das Nervensystem und kann Frauenbeschwerden lindern. Gleichzeitig sorgt der Genuss von Kardamom für einen frischen Atem, weshalb er auch als "Kaugummi der Antike" bekannt ist.

Ingwer
Ingwer

Ingwer (Zingiber officinale) bringt neben seinem unverwechselbaren scharf-exotischen Aroma eine lange Liste heilbringender Wirkmechanismen mit. Und vielleicht haben Sie es auch schon erraten, wo sein Spezialgebiet liegt? Denn wie fast alle Curry-Zutaten kümmert sich auch der Ingwer bevorzugt um den Magen-Darm-Trakt.

Während jedoch die meisten anderen Curry-Gewürze eher den Darm im Blickwinkel haben, ist es beim Ingwer der Magen. Er lindert Übelkeit und Brechreiz in allen Varianten - ob auf Reisen (Reisekrankheit), während der Schwangerschaft oder bei einer Chemotherapie.

Bei einigen Krebsarten wie Brustkrebs, Hautkrebs, Leber-, Darm- und Prostatakrebs, kann Ingwer sogar eine Krebszellen vernichtende Wirkung haben. Auch bei vielen Arten von Schmerzen gilt Ingwer heutzutage als Geheimtipp. Dazu gehören Migräne, Muskelschmerzen und Rheuma.

Zimt
Zimt

Zimt ist ein Gewürz aus der getrockneten Rinde der Zimtbäume. Zimt würzt jedoch nicht nur Weihnachtsgebäck und Punsch, sondern wird auch als Heilpflanze bei einer Vielzahl von Beschwerden angewendet. Seine Heilkräfte werden gerne bei Magen-Darm-Problemen, Harnwegsinfekten, zur Linderung von Erkältungssymptomen oder den Beschwerden einer Grippe genutzt. Ausserdem weisst Zimt stark antimikrobielle Eigenschaften auf und gilt gelegentlich als Fatburner, weil Zimt das Abnehmen beschleunigt.

Studien haben ausserdem gezeigt, dass Zimt auf sehr verschiedenen Wegen bei Diabetes helfen kann. Hier ist allerdings eine höhere und vor allen Dingen regelmässige Dosis nötig, um die erwünschte Wirkung zu erreichen (ab etwa 1 g Zimt). Die Mengen, die sich im Currypulver finden, reichen für eine blutzuckerstabilisierende Wirkung damit leider nicht aus.

Gewürznelke
Gewürznelke

Das kräftige Aroma der Gewürznelke (Syzygium aromaticum) kennen die meisten Menschen aus der winterlichen Küche zur Würzung von Lebkuchen und Rotkohl. In der Heilkunde finden die gemahlenen Blütenknospen der Gewürznelke ihre Verwendung zur Verdauungsförderung und bei Blähungen. Dafür verantwortlich ist der in den Gewürznelken enthaltene Wirkstoff Eugenol, den wir auch später beim Piment wieder treffen werden.

Gewürznelken gehören zu den stärksten bekannten Antioxidantien und gelten in der Volksheilkunde als wirksames Mittel gegen innere Parasiten, gegen Candida-Befall und gegen Bakterien. Sie unterstützen gleichzeitig das Abnehmen. Auch die Gehirnleistung verbessert sich offenbar nach dem Verzehr von Gewürznelken.

Cumin (Kreuzkümmel)
Cumin (Kreuzkümmel)

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum), auch Kumin oder Cumin genannt, ist ein gut erforschtes Heilpflänzchen. Belege liegen bereits für die Wirkung bei Diabetes, Krebs und hohem Blutfettspiegel vor.

Kreuzkümmel ist überdies Balsam für jeden gestressten Bauch. Die kleinen Samen bessern Verdauungsstörungen wie Blähungen, Durchfall und Krämpfe und können daher auch zerstossen mit heissem Wasser übergossen und als Verdauungstee getrunken werden. Genussvoller ist jedoch die Beimischung des Cumins in ein Currypulver.

Koriander
Koriander

Vom Echten Koriander (Coriandrum sativum) werden im Allgemeinen sowohl die Blätter als auch die Früchte (Samen) verwendet. Beides sind altbekannte Würz- und Heilmittel, die insbesondere bei Menschen mit Verdauungsbeschwerden (z. B. Blähungen, Durchfall, Reizdarm und Völlegefühl) magen- und nervenstärkend sowie krampflindernd wirken.

Koriander gehört (gemeinsam mit Kümmel und Fenchel) zu den typischen Brotgewürzen, die frisches Brot - das bei vielen Menschen zu Unannehmlichkeiten führt - bekömmlicher werden lassen. Wird gemahlener Koriandersamen dem Curry beigemischt, spürt man auch hier die wohltuende Wirkung auf das Verdauungssystem.

Zusätzlich verfügt der Koriander über entzündungshemmende Eigenschaften, die beispielsweise Rheuma, aber auch andere chronische Entzündungskrankheiten und Infektionen lindern können. In den letzten Jahren setzt man ferner insbesondere das Korianderkraut zur Entgiftung und Quecksilberausleitung ein.

Schwarzer Pfeffer
Schwarzer Pfeffer

Der Schwarze Pfeffer (Piper nigrum) ist - gemeinsam mit Salz - das bekannteste und beliebteste Gewürz in unseren hiesigen Küchen. Sein scharfer Geschmack und seine verdauungsfördernden Eigenschaften machen ihn zu einer aromatischen und bekömmlichen Heilpflanze und somit auch zu einer hervorragenden Zutat für eine Currymischung.

Ein englisch-pakistanisches Forscherteam der University of Karachi untersuchte jüngst die Heilwirkung des Pfeffers und stellte eindeutig schmerzhemmende und antientzündliche Eigenschaften fest, die vermutlich insbesondere auf den Pfefferstoff Piperin zurückzuführen sind.

Der Schärfereiz des Pfeffers kurbelt überdies im Gehirn die Produktion von Glückshormonen an, so dass die ausgeschütteten Endorphine für Wohlbefinden und gleichzeitig für eine gedämpfte Schmerzwahrnehmung sorgen.

Piperin regt ausserdem die Verdauung durch verstärkte Sekretion der Verdauungssäfte an, was auch einen positiven Effekt auf die Fettverbrennung mit sich bringt. Ähnlich wie das verwandte Capsaicin im Cayennepfeffer (Chili) hemmt auch das Piperin im Pfeffer das Wachstum schädlicher Bakterien. Das mag einer der Gründe sein, warum in der dritten Welt oft sehr scharf gegessen wird.

Die traditionelle Ayurveda-Medizin rät vor allem Menschen, die leicht frieren, mehr Pfeffer zu essen. Ob auch Sie gezielt von den Eigenschaften wärmender Nahrungsmittel profitieren können, erfahren Sie in unserem kleinen Test: Welcher Ayurveda - Typ sind Sie? Der Test.

Kurkuma
Kurkuma

Kurkuma (Curcuma longa) ist die Hauptzutat eines jeden Currypulvers, was man allein schon an der gelben Farbe erkennt, die ohne Kurkuma nicht möglich wäre - es sei denn, man würde Safran verwenden, was jedoch nicht üblich ist. Kurkuma ist mit dem Ingwer verwandt und zählt zu den bedeutendsten Pflanzenheilmitteln überhaupt.

So soll Kurkuma gegen Entzündungen helfen, Magen-Darm-Beschwerden lindern und sogar Krebs vorbeugen, indem es die Krebszellen schwächt und das Tumorwachstum hemmt. Zugleich werden gesunde Zellen gestärkt, was Rückfällen vorbeugt.

In einer Studie des Institutes für Chemie der Universität von Texas-Pan American Edinburg wurden die zahlreichen heilsamen Eigenschaften von Curcumin wieder einmal mehr bestätigt. Vor allem das aussergewöhnlich hohe Potenzial, die Tumorentstehung und Metastasenbildung zu behindern, verblüffte die Wissenschaftler erneut.

Auch in der Zahnheilkunde wird die gelbe Wurzel eingesetzt. Ja, selbst vor der Alzheimer-Krankheit soll Kurkuma schützen.

Cayennepfeffer (Chili)
Cayennepfeffer (Chili)

Ein weiterer Schärfegeber jeder Currymischung ist der bereits erwähnte Cayennepfeffer (Capsicum annuum). Er wird aus gemahlenen Chilischoten hergestellt, die je nach Mengeneinsatz eine wirklich heftige Schärfe entwickeln können.

Das schärfegebende und gleichzeitig phytotherapeutisch wirksame Element in Chilis ist der Wirkstoff Capsaicin. Er brennt stark auf Schleimhäuten, vor allem im Mund und auf der Zunge. Capsaicin tötet Krankheitserreger, stärkt die Verdauung und regt den Stoffwechsel an. Deshalb erleichtert Curry, wenn es den Fatburner Chili enthält das Abnehmen.

Auch in der Anti-Krebs-Ernährung hat sich Chili einen Namen gemacht. So fanden amerikanische Forscher der Marshall University in Huntington heraus, dass Capsaicin die Zellen des kleinzelligen Lungenkrebses dazu veranlassen kann, sich selbst zu zerstören, während gesunde Zellen keinen Schaden nehmen. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und Krebsarten der Verdauungsorgane konnten ähnlich gelagerte Untersuchungsreihen ebenfalls die hilfreiche Wirkweise des Capsaicins belegen.